Nachts im Wald

Janni übernimmt freiwillig die erste Wache. Kurz darauf schlafen wir anderen 3 ein. Durch ein Geräusch wache ich gefühlt kurz darauf wieder auf und höre ein konstantes Summen und Brummen über uns. Janni hält ihre Fliege in der Hand und sagt, dass alle drei sich kurz zuvor erhoben hatten und wegfliegen wollten und sie ihre eigene gerade noch einfangen konnte. Ein Schuss mit der Schleuder auf die anderen zwei Fliegen war wohl erfolglos und es ist dieses Geräusch, was mich wohl geweckt hat. Und tatsächlich: meine Fliege ist nicht mehr da.

Mittlerweile ist Bran auch wach und sortiert seine Gedanken. Janni scheint mehr zu wissen über das Summen und Brummen und sagt, dass es gestern schon in der Stadt zu hören – und sehen – war. Ein wenig perplex bin ich schon, das jetzt erst zu erfahren, allerdings war die vergangene Nacht sowieso so chaotisch, und wir unter Zeitdruck, dass es verzeihlich ist, dass es ihr wohl entfallen ist, mich davon zu unterrichten. Auch Septimus' überstürzte Abreise hatte ihr sichtlich zugesetzt.

Janni sperrt ihre Fliege in ein Gefäß und steht danach offensichtlich neben sich. Sie spricht seltsame, für uns unlogische Dinge und schielt immer wieder zum Gefäß mit ihrer Fliege. Ich beschließe, dem Brummen, welches sich zwischenzeitlich über uns in Richtung Stadt zu bewegen scheint, zu folgen und das Griechische Feuer zu holen. Ich baue darauf, dass Alexander Pantalon es schaffen wird, uns beiden Zutritt zur Stadt zu verschaffen, damit wir das starke Gift endgültig vernichten können. Janni hat während unseres Gesprächs ihre Fliege freigelassen und „trägt“ sie wieder. Quelle folie! Bran soll bleiben und auf Janni aufpassen, denn ich (und er wohl auch) traue ihr nicht, so wie sie sich derzeit verhält. Ich hoffe, er ist stark genug, um sich ihrer zu erwehren.

Am Westtor

Zusammen mit dem frisch geweckten Pantalon mache ich mich auf in Richtung Westtor, um Einlass zu bekommen. Vor dem Tor erspähen wir aus dem Wald heraus den Schmied mit 4 sich merkwürdig ungelenk bewegenden Wesen. Ich schätze die Situation so ein, dass ein Kampf nicht erfolgversprechend wäre, beobachte aber, dass das Brummen zu einer Riesenfliege gehört, die über dem Reichenviertel der Stadt schwebt und eine Art „Schleim“ dort ausgießt. Bei dieser Gelegenheit entlocke ich Pantalon, dass der Geheimrat Gottfried von Keller in der „Bleichen Gasse“ wohnt und es tatsächlich sein könnte, dass sein Haus das Ziel ist. Das Ganze mutet bizarr und eklig zugleich an. In diesem Zusammenhang fällt Pantalon „ganz zufällig“ ein, dass er ja schon andere Gifte hergestellt hat und – obwohl nicht so schlimm wie das letzte – diese stark genug sind, diverse Menschen umzubringen. Obwohl Pantalon glaubt, dass man ihn am Südtor nicht hereinlassen wird, weil man ihn dort nicht kennt, beschließe ich, dass es den 30-minütigen Umweg wert ist.

Am Südtor

Dort angekommen sehen wir, wie die Fliege ihr Inneres nach Außen kehrt und mit einem lauten „Flatsch“ sich über der Stadt ergießt. Pantalon und ich sind ratlos, wieso die Wachen nichts dagegen tun. Unsere Vermutung ist, dass sie nichts davon sehen können und nur er als ehemaliger Praktizierer von schwarzer Magie und ich als Träger der Fliege überhaupt wahrnehmen, was sich dort ereignet. Er glaubt, dass dort ein Ritual stattfinden könnte und der Ort möglicherweise durch diese merkwürdige Aktion vorbereitet wird. Leider können wir das von Außen nicht bestätigen und leider wird uns trotz Pantalons dilettantischem Erklärungsversuch und meiner Engelszunge der Einlass durchs Südtor verwehrt. Salope! Ich vermisse Sepp. Er hätte die Torwächterin sicher überredet zu öffnen, ihr die Beichte abgenommen und obendrein noch ein Buch über Selbskasteiung verkauft. Bon, ich bin nicht so gut mit Worten wie er und Pantalon sowieso nicht. Wir machen uns also schweren Herzens und schnellen Schrittes zurück zu den Anderen, um zusammen mit ihnen den Schmied und seine Gruppe auszuschalten. Pantalon ist ein lahmer connard, aber ich schaffe es, ihn anzutreiben, auch wenn er dabei alles andere als leise ist.

Die Entscheidung

Zurück bei Janni und Bran höre ich, dass Bran den Behälter mit Jannis Fliege im Waldboden vergraben hat, weil sie laut Bran Besitz von Janni ergriffen hatte und diese mit dem Gift zur Schwarze Lilie abhauen wollte. Naturellement, was sonst? Ich habe natürlich Jannis Körpersprache gelesen: Bran musste wohl Gewalt anwenden, um sie zurückzuhalten. Aber leider war das absehbar und unvermeidlich. Pantalon sagt, dass die Schwarze Lilie ein Edelgasthof im Reichenviertel sei. Janni fragt noch nach dem Kleeblatt, aber das sagt niemandem etwas. Und während wir noch debattieren, entkommt Jannis Fliege auf irgendeine teuflische Weise dem vergrabenen Behälter und macht sich an, in Richtung Stadt zu fliegen. Wir müssen los!

Kampf mit dem Schmied

Ich weiß, dass auf Janni und Kiras Nase wieder vollkommen Verlass ist, und so beschließen wir, dass Bran und ich die Fliege verfolgen und Janni erst das Gift im Boden vergräbt, um dann zügig nachzukommen. Am Westtor angekommen sind wir schon vorgewarnt, dass der Schmied uns dort erwartet und Bran beschließt, keine Zeit zu verschwenden (oder gar auf Janni zu warten) und „schleicht“ graziös wie ein Chameau direkt auf die Lichtung, nur um zu sehen, wie die Fliege weiter in Richtung Stadt fliegt und der Schmied in unsere Richtung zeigt und irgendetwas murmelt, dass es gut ist, dass noch eine Fliege komme. Der genaue Wortlaut ist mir leider entfallen, weil der Schmied auf einmal auf merkwürdigem Umwege auf Bran losrennt, der ihn wild gestikulierend in Empfang nimmt. Scheinbar ist das mit dem Bein des Schmiedes nicht ganz so schlimm, wie er alle glauben lässt und als sein mächtiger Schmiede-Hammer auf Bran niedersaust, wird dieser durch die Wucht des Angriffes ein Stück zurückgeworfen. Ich weiß nicht, ob ich Bran für sehr mutig oder wahnsinnig halten soll und beschließe, erstmal die komischen Wesen aus dem Weg zu räumen. Da sehe ich aus dem Augenwinkel, dass Bran ein Flammenschwert zückt und auf den Schmied losgeht. Alors, ich denke eher wahnsinnig. Der Schmied holt leider Verstärkung in Form von noch mehr dieser Wesen, doch ein paar Sekunden später kommt Janni aus dem Wald und schlitzt einem von ihnen die Kehle auf. Drehung, Antäuschen, Ausfall, eine Flèche, eine Ballestra – weg sind die Wesen. Und nachdem ich Bran beim Schmied zur Hand gegangen bin, ist der kurze Kampf auch schon gewonnen. Diese Wesen scheinen eine Krankheit zu verströmen, denn jeder Degenstoß führt dazu, dass mein Ring aufleuchtet. Pantalon spricht auch wieder von Miasmen.

Nach dem Kampf macht auch der lâche Pantalon auf sich aufmerksam und ich muss ihn dazu bringen, meine Schramme zu verarzten, damit er nicht sieht, auf welch unheilige Weise Janni den stark angeschlagenen Bran verarztet. Dieser hat 2 oder 3 kräftige Treffer einstecken müssen und obwohl ich nicht weiß, was genau Janni mit ihm macht, bin ich klug genug nicht nachzufragen und Pantalon den Blick auf ihr Ritual zu versperren. Leider hat der Schmied nur Geld und billigen Schnaps bei sich. Letzteren nehme ich an mich – man weiß nie, was man anzünden muss. Ein guter Grands Crus La Griffe de Barreyres oder ein anderer Médoc wäre natürlich zu viel verlangt von so einem lourdaud.

Zum Gasthof

Hier am Südtor erweist sich Pantalon sogar als nützlich und man lässt uns trotz später Stunde noch ein. „Seine Gehilfen“ nennt uns Pantalon, quelle blamage! Wir beschließen zum Gasthof zu gehen und Jondar zu wecken, damit dieser zum Wächterbund geht und dort Bescheid gibt, dass scheinbar ein Anschlag auf den „Alten Dessauer“ geplant ist. Wir haben leider nicht damit gerechnet, dass zur Sperrstunde die Tür verschlossen und die Gastwirtin so unfreundlich ist. Durch Brans Überzeugungskunst und meine Schnapsflasche bekommen wir trotzdem Einlass, setzen Jondar ins Bild und türmen anschließend mit Brans Hellebarde durchs Fenster wieder in die Freiheit. Den inutil Pantalon lassen wir zurück, er wäre jetzt nur im Wege und im Gasthaus wird ihn niemand vermuten.

Dem Schleim nach

Zu dritt, bon, mit Kira zu viert, gehen wir ins Reichenviertel, während Jondar sich auf zum Wächterbund macht. Kiras feinem Gespür ist es zu verdanken, dass wir den Weg dorthin finden, wo die Fliege wohl ihren Schleim ausgeschüttet hat: In die Bleiche Gasse. Doch kaum betreten wir diese, ändert sich die Welt um uns herum, Nebel erhebt sich und unsere Ringe pulsieren, als müssten sie permanent eine Krankheit abwehren. Geistesgegenwärtig schickt Janni ihre Kira weg, wohl wissend ob der möglichen Gefahr für sie. Das gute Tier. Ich sollte ihr einen extragroßen Knochen besorgen und sie noch ein paar mal wuscheln.

Wir sehen ein Haus mit Trögen vor der Wand und einem eingravierten Kleeblatt. Scheinbar hatte Janni eine Vision hiervon, oder eine sonstige Verbindung – ich weiß es nicht. In den Trögen liegen dreckige, grüne, dampfende Bündel. Bran schiebt diese mit seinem Schwert ein wenig auseinander, was aber die Dämpfe nur stärker werden lässt. Wir zünden die Bündel mit Hilfe von Jannis Feuerstein, getrockneten Kräutern und ein wenig Schwarzpulver aus meinem Pulverhorn an und daraufhin gibt es eine heftige rote Stichflamme und der Nebel und der Spuk lichten sich. Ich glaube, wir alle spüren, dass wir eine gute Tat vollbracht haben und bemerken leider auch, dass unsere Fliegen wieder da sind. Merde! Dennoch machen wir uns weiter in Richtung der Schwarze Lilie.

Katarina

Auf dem Weg dorthin möchte uns eine ältere Dame mit einem „Pst“ in eine dunkle Seitengasse locken. Ich erkenne durch die Beschreibung des Torwächters Willi, dass es sich um Katharina handeln muss und als ich sehe, dass sie etwas in der Hand hält, reagiere ich blitzschnell, springe hinter sie, halte ebendiese Hand am Gelenk fest und drücke die Hexe an mich, um zu verhindern, dass sie das Gift, was ich in der Hand wähne, auf uns wirft. Alors, es hätte fast geklappt, denn sie öffnet die Hand und wirft es in meine Richtung und trifft sich selbst auch damit. Scheinbar hat mich der Ring ein weiteres Mal beschützt, denn nur Sekunden später stirbt die gaupe in meinen Armen.

Bran zieht den Leichnam mit seiner Hellebarde zu sich und entdeckt die Tätowierung einer Fliege an ihrem Arm, einen Schlüsselbund und ein wenig Geld in ihren Taschen. Zeit, dem Kult den Rest zu geben.

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